9 12 2016

SCHLEMMEN SIE SCHLAUER IN DER ADVENTSZEIT

Wäre es nicht wunderbar, wenn unsere Ratschläge in dieser Ausgabe Sie ohne zusätzliche Pfunde durch die kommenden Advents- und Feiertage bringen würden? Wie bereits im Artikel über SAD (siehe Kachen 4/2016) erklärt wurde, steigt mit den kürzer werdenden Tagen unser Appetit. Wir verhalten uns hier nicht anders als die Tiere: Unser Körper will Reserven für den Winter anlegen. Nur, dass in unserer modernen Welt die Nahrung im Winter nicht knapper wird, im Gegenteil: Wir können uns vor den vielen Versuchungen kaum noch retten.DSC_0095

Plätzchen und Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, Weihnachtsfeiern mit den Kollegen und opulente Essen mit der Familie: Die Adventszeit wird zur komprimierten Schlemmerzeit. Doch es gibt Strategien, mit denen Sie Ihr Gewicht halten können. Wer mittags ein Fünf-Gänge-Menü genießt, hat oft nicht gleich wieder Hunger und könnte das Abendessen ausfallen lassen. Trotzdem stellt es für viele ein Problem dar, von ihren Gewohnheiten abzuweichen und ohne Abendbrot ins Bett zu gehen. Doch genau diese Taktik kann helfen, die Figur dauerhaft zu halten, denn am Ende kommt es auf die Gesamtkalorienbilanz an. Besonders die am Abend zugeführten Kohlenhydrate werden nicht mehr verbrannt, auch nicht als solche gespeichert, sondern in Fette umgewandelt. Viel trinken nützt generell der Figur. In der kalten Winterzeit kann warmer, mit Vanille oder Zimt aromatisierter Tee (aber bitte ohne Zucker!) den Magen füllen und den Heißhunger vertreiben. Eine Studie des St. George’s Hospital mit 200 übergewichtigen Probanden zeigte, dass der Duft von Vanille die Lust auf Süßes dämpft. Innerhalb eines Monats verlor die Gruppe, die den ganzen Tag Vanillegeruch in der Nase hatte, rund 2,2 Kilogramm.

Das Weihnachtsgewürz Zimt schaffte es in mehreren Studien, den Blutzuckerspiegel zu senken. Indirekt hilft dieser Effekt vermutlich auch beim Abnehmen. Der süßliche und würzige Tee hält die Illusion von weihnachtlicher Nascherei aufrecht – und zwar ganz ohne Kalorien. Bevor Sie also etwas essen: Abwarten und Tee trinken! Und zwar am besten, bis sich der Heißhunger gelegt hat.

WIE KANN MAN DEN LANGSAMEN WINTER-STOFFWECHSEL ANKURBELN?

In der „dunklen“ Jahreszeit haben wir weniger Lust auf Bewegung als im Sommer. Das liegt am Lichtmangel, durch den der Körper verstärkt das Hormon Melatonin bildet. Dieses Schlafhormon drosselt den Stoffwechsel. Zudem gehören zu den typischen Winteraktivitäten eher gemeinsame Essen, gemütliche Spieleabende und Kinobesuche als Verabredungen zum Schwimmen oder Wandern. Durchbrechen Sie diesen Mechanismus und bringen Sie Bewegung in die Adventszeit. Treffen Sie sich zum Eislaufen, Rodeln oder Winterwandern. Das hat einen doppelten Effekt: Einerseits verbrennen Sie dabei Kalorien und andererseits tanken Sie Licht, was wiederum Ihr Gehirn anregt, vermehrt das Glückshormon Serotonin zu produzieren.

Der (theoretisch) einfache Schlüssel zum Abnehmen ist eine negative Kalorienbilanz. Es ist wissenschaftlich belegt und so simpel wie einleuchtend: Wer abnehmen will, muss mehr Kalorien verbrauchen als zu sich nehmen. Die Methode hingegen ist individuell verschieden: Die einen reduzieren lieber die Kalorienaufnahme, die anderen erhöhen lieber den Verbrauch. Wer nicht zunehmen will, muss zumindest ein Gleichgewicht zwischen Verbrauch und Essen erreichen.

HILFT LANGSAM ESSEN?

„Schling doch nicht so!“ Ihre Mutter hatte Recht, wenn sie Sie ermahnte, nicht so schnell zu essen. Die Essgeschwindigkeit hat tatsächlich Einfluss darauf, wie viele Kalorien ein Mensch verspeist. Untersuchungen der University of Rhode Island haben gezeigt, dass schwerere Menschen schneller essen als schlanke. Außerdem gibt es große Geschlechterunterschiede: Männer nahmen beim Mittagessen durchschnittlich 80 Kalorien pro Minute zu sich, Frauen nur 52. Einen Zusammenhang zwischen dem Esstempo und dem Erfolg beim Abnehmen ist auch bewiesen: Je schneller ein Mensch isst, desto weniger Gewicht verliert er. Schlussfolgerung: Es braucht Zeit, bis Ihr Körper die Sättigungssignale ans Gehirn sendet. Also kann das Gehirn langsamer Esser registrieren, dass Sie satt sind, bevor Sie zu viel gegessen haben.

Außerdem hat langsames Kauen eine Menge Vorteile: Der Geschmack kommt besser zur Geltung, man isst also mit mehr Genuss, das Essen wird im Mund bereits vorverdaut und belastet dadurch Magen und Darm weniger – und man fühlt sich bereits nach kleineren Mengen gesättigt. So paradox es klingen mag: Wenn Sie schon schlemmen, dann tun Sie es mit allen Sinnen und genießen, ja zelebrieren Sie es! Kreisen die Gedanken ständig um Abnehmen und Verzichten, regt das umso mehr die Lust auf das momentan „Verbotene“ an!

Artikel für « Kachen » http://kachen.lu/

Laisser une réponse